Glaubenssätze = (unbewusste) selbst auferlegte Scheuklappen im Hier und Jetzt25.04.2019

Wie oft höre ich in meiner Praxis: „Die Glaubenssätze, die ich habe, habe ich schon seit meiner Kindheit. Übernommen habe ich sie von meiner Mutter/meinem Vater. Sie/er war auch so. Deren Überzeugungen sind so tief in mir verwurzelt - die kann ich NIEMALS auflösen oder ändern.“

Fällt dir etwas auf? Auch das ist ein weiterer Glaubenssatz. Zugegeben: Auch ich dachte vor Jahren, dass das nicht möglich sei.

Ich wähle in diesem Text ganz bewusst die DU-Form.

Was sind Glaubenssätze und wofür haben wir sie?

Unsere Glaubenssätze sind entstanden aus der Vergangenheit, aus unseren Erfahrungen, aus Prägungen unserer Kindheit, übernommen von den Eltern, aus der Gesellschaft. Die meisten Glaubenssätze sind tief verankerte Überzeugungen über die Welt oder uns selbst und beeinflussen, wie wir unsere Realität wahrnehmen.

Ein Glaubenssatz wäre zum Beispiel:

„Ich habe nie Glück“ oder „Alle Menschen wollen mir etwas Böses“.
Doch: Stimmt das wirklich?

Sicher hast du schon einmal eine Münze auf dem Gehweg gefunden, einen Parkplatz in den ersten Reihen bekommen oder eine fremde Person hat dir freundlich zugelächelt oder dich an der Kasse vorgelassen.

Unbewusst laufen wir mit unserem Tunnelblick durch den Tag und suchen förmlich nach Bestätigung, dass unsere Glaubenssätze wahr sind. Natürlich bekommen wir diese auch, denn unser Fokus ist ja darauf ausgerichtet die Bestätigung zu erhalten, um dann sagen zu können: „Siehste, ich hab es doch gewusst. Das war schon immer so. Mein Gefühl war richtig."

Aufgrund deiner Scheuklappen kannst du jedoch nicht sehen, was sich links und rechts auf deinem Weg befindet oder welch andere Chancen auf dich warten. Du siehst nur die Dinge, die deine Glaubenssätze bestätigen und bist fokussiert darauf, deine Überzeugung zu füttern. Dieses führt dazu, dass du deine Glaubenssätze und innere Überzeugung immer weiter und immer tiefer in deinem Unterbewusstsein verankerst.

Doch wie fühlt es sich an mit diesem alten Ballast, mit dieser Begrenzung durch die Welt zu laufen? Bringt dich das weiter? Bist du glücklich damit?

Möchtest du das auch weiterhin?

Wie wäre es, diese Scheuklappen abzulegen?
Stell dir vor, wie dein Blick sich verändern würde, was du alles sehen könntest?


DU hast zu JEDER ZEIT die Wahl etwas zu verändern. Denn, NUR DU kannst etwas verändern. Niemand Anderer. Du allein bist zu 100% für dein Glück, deine Zufriedenheit, dein Leben verantwortlich.

Wie wäre es, wenn du deine Glaubenssätze verändern würdest? Was wäre eine neue und positive Alternative? Schiebe einmal alle WENN und ABER beiseite. Was würdest du wählen, wenn du rein gar nichts zu befürchten hättest?

Schaffe dir Bewusstsein und schreibe alle Glaubenssätze, die dich einschränken, auf. Nehme deinen inneren Kritiker und Kommentator wahr.

• Schreibe dir ganz viele Gegenargumente auf (viele, viele, viele)!
• Was spricht für diesen Glaubenssatz?
• Was spricht dagegen?
• Wann ist der Glaubenssatz entstanden?
• Ist dieser Glaubenssatz DEIN Glaubenssatz?
• Von wem hast du ihn übernommen?
• Ist der Glaubenssatz JETZT überhaupt noch aktuell?

Mache dir bewusst, dass du selbst den Fokus darauf richtest. Zu jeder Zeit suchst du selbst immer wieder nach Beweisen, weil DU deine Glaubenssätze für wahr hältst.

Schaue ganz bewusst nach Beweisen, die deine negativen Glaubenssätze widerlegen. Dadurch richtest du deine Aufmerksamkeit zukünftig automatisch auf die positiven Dinge in deinem Leben.

Korrigiere und widerlege deine Glaubenssätze. Beweise sind wichtig. Solange dein Unterbewusstsein nicht überzeugt werden kann, wird sich nichts verändern.

Zugegeben, es ist nicht einfach einen positiven Satz wie zum Beispiel „Ich bin wertvoll“ überzeugend zu formulieren, wenn man das Gefühl hat, dass gerade einfach nichts klappen will. Das wäre so, als wenn du lachen sollst, dir aber eher nach weinen ist. Deshalb fange ganz neutral an.

Vielleicht unterstützt dich dabei folgende Übung, die das Ziel hat, dass du überzeugt bist von deinen neuen Gedanken und deiner neuen Wahrheit. Dadurch verinnerlichst du deine neue positive Einstellung.

Nimm ein Blatt Papier und schreibe in die Mitte das, was du erreichen möchtest bzw. deinen positiven neuen Glaubenssatz (z. B. Ich bin wertvoll).

Außen schreibst du im Uhrzeigersinn deine Gedanken dazu auf:

• z. B.: Ich habe schon viel in meinem Leben erreicht.
• Es gibt Dinge, die ich besonders gut kann.
• Ich konnte andere Menschen bereits von dem, was ich tue, überzeugen.
• Andere haben mich um Hilfe gebeten oder mich um Rat gefragt.
• Es gibt viele Dinge, die ich besser kann als andere Personen.
• Ich weiß, was ich erreichen möchte.
• Wenn ich etwas tue, was mir Spaß macht, bin ich richtig gut.
• Ich habe Freude daran, weiter an meinem Ziel zu arbeiten.
• Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn mir etwas gelungen ist.
• Ich erlaube es mir, meinen Weg zu gehen, weil ich weiß, dass er mich glücklich macht.
• Ich weiß, dass ich einzigartig bin.
• Ich bin gut, wie ich bin.
• Es ist ein wunderbares Gefühl, mich selbst wertzuschätzen.
• Ich erlaube mir, gut für mich zu sorgen – ich bin es mir wert…
• Es fühlt sich wundervoll an, mich selbst wertzuschätzen, so frei und kostbar.
• usw.

Starte ganz oben (beginne bei 12 Uhr, wenn du magst) und werde mit jeder Aussage positiver, bis du am Ende bei deinem Ziel angekommen bist. Jede Aussage sollte sich gut anfühlen und ein innerliches „YES, YES, YES“ auslösen.

Jeder Mensch braucht Wiederholungen. Sei geduldig mit dir. Du hast sehr lange dein Unterbewusstsein mit deinen negativen Glaubenssätzen gefüttert. Durch das Umformulieren entstehen neue Nervenverbindungen; die Neuronen verbinden sich über die Synapsen und es entsteht ein neues Geflecht. Durch tägliche Wiederholungen und Übungen manifestiert sich dein neuer Weg, dein neuer Glaubenssatz wird stärker und stärker, bis er schließlich zur Gewohnheit wird.

Wenn du etwas verändern möchtest, und du das Gefühl hast, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen, dann scheue dich nicht, dir Unterstützung zu holen. Manchmal reicht ein Impuls, ein Gespräch, um klarer zu sehen, um sich dann auf den neuen wundervollen Weg zu machen - auf DEINEN NEUEN Weg.

Egal, was du glaubst, du wirst immer Recht behalten. Das, was du glaubst, fütterst du Tag für Tag. Du machst es stärker und mächtiger. Denn in das, was du glaubst, gibst du deine Energie, darauf legst du deinen Fokus und somit wird sich das, was du glaubst immer bestätigen. Energie folgt IMMER deiner Aufmerksamkeit. Das, was du denkst und fühlst, ziehst du in dein Leben.

Mögest du viele glückliche und erfüllte Momente in dein Leben ziehen.

Ganz liebe Grüße

Tanya Seidel

"Breathe and believe"